Fahrergewerkschaft gründet Ausschuss zur Prüfung von Lkw-Parkplatz-Protokollen

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Ein neuer Verband gründet einen Arbeitskreis – und löst damit sofort 27 Unterarbeitskreise aus. In endlosen Sitzungen entstehen Positionspapiere, die vor Präzision nur so strotzen: fünf Seiten Bullshit, eine Seite Fußnote.

Am Montag traf sich die frisch gegründete „Gewerkschaft FahrArbeit Deutschland“ zu ihrem ersten Verbandstag. Ergebnis: Man hat beschlossen, einen Arbeitskreis „Zukunftsfähiger Dialog in der Rampenzeit“ einzurichten. Die Satzung sieht vor, dass dieser Arbeitskreis wiederum drei Subkommissionen bildet, darunter die „Kommission für Harmonisierung der Harmonisierung“. Die Mitglieder applaudierten lange und zustimmend. Keiner wusste so recht, wofür.

Auf dem Tisch lag das neue Positionspapier „Fahrer*innen 2035 – Perspektiven, Leitlinien, Leitplanken“. Umfang: 42 Seiten. Inhalt: einleitende Floskeln, drei Tabellen ohne Daten, und am Ende die Forderung nach „mehr breitem Schulterschluss“. Praktische Maßnahmen? Fehlanzeige. Statt Parkplatzlösungen gibt es nun eine empörte Fußnote über die Bedeutung von Diskussionskultur.

Die Tarifkommission traf sich anschließend zur „strategischen Konsolidierung der Forderungen“. Zwei Stunden lang diskutierte man das Wort „strategisch“. Soll es künftig in Kursive gedruckt werden? Soll es Teil eines neuen Markenzeichens werden? Man einigte sich schließlich auf eine Arbeitsgruppe, die ein Logo entwickeln soll. Ein Logo, das „die Mobilität symbolisiert, ohne Mobilität zu zeigen“.

Zwischen den Sitzungen wurde eine Pressemitteilung verfasst. Überschrift: „Fahrer im Fokus – Perspektive schaffen“. Kernbotschaft: Man werde im Dialog bleiben. Journalisten, die am Rande warteten, erhielten eine 700-Wort-Erklärung darüber, warum konkrete Forderungen noch nicht konkretisiert werden könnten. Ein hörbarer Seufzer in der Branche: „Das ist alles sehr inspirierend. Nur bringt es keinem Fahrer einen Parkplatz.“

Als Reaktion gründeten einige Disponenten eine „Interessensinitiative für pragmatische Rampenzeiten“. Diese forderte: mehr Toiletten, sichere Parkplätze und weniger Papier. Die Antwort aus der Gewerkschaft: Man begrüßt „den konstruktiven Dialog“ und plant eine gemeinsame Veranstaltung, die natürlich ein weiteres Positionspapier produziert. Dauer: neun Monate. Budgetposten: „Moderationskaffee“.

Am Ende des Verbandstags wurde feierlich verkündet, man werde im nächsten Quartal einen weiteren Verbandstag veranstalten. Themenvorschlag: „Wie wir die Themen besser thematisieren“. Unterdessen telefonieren Fahrer und Unternehmer mit echten Problemen. Die Maut bleibt, die Rampen sind voll, und die Kontrollen kommen pünktlich. In der Abteilung „Gemeinsame Lösungen“ beginnt die vierte Sitzung des Tages. Das Protokoll ist bereits drei Seiten lang. Inhalt: Agenda für die nächste Agenda.

Kommentar

Verbände können wichtig sein. Wenn sie aber mehr Sitzungen als Lösungen produzieren, mutieren sie zur Branche im Branchen. Am Ende bleibt der Fahrer auf dem Hof, die Rampe bleibt belegt, und das größte Ergebnis ist ein neues Kürzel in einem fünfzigseitigen Dokument. Ein Dialog ist schön. Parkplätze wären besser.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Satire.

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