Kontrollrat für Logistikfragen plant Arbeitskreis zur Arbeit an Arbeitskreisen

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Ein neuer Verbandstag, ein frisch gedrucktes Positionspapier und viele warme Worte: Der Kontrollrat für Logistikfragen hat auf seiner Sitzung eine Lösung verkündet, die vor allem eines garantiert – weitere Sitzungen. Praktische Parkplätze bleiben dabei leider außen vor.

Der Kontrollrat für Logistikfragen traf sich am Mittwoch zu einem Ganztagsverbandstag, auf dem unter anderem ein „Arbeitskreis zur Optimierung bestehender Arbeitskreise“ ins Leben gerufen wurde. Teilnehmerberichte sprechen von intensiven Powerpoint-Schlachten, zahlreichen Flipcharts und der unumstößlichen Erkenntnis, dass es dringend mehr Gremien braucht.

Das frisch veröffentlichte 48-seitige Positionspapier, betitelt „Zukunftsfähiger Dialog auf der Rampenebene“, kommt ohne konkrete Maßnahmen aus, punktet aber mit Begriffen wie „breiter Schulterschluss“, „zukunftsorientierte Prozessharmonisierung“ und „nachhaltige Stakeholder-Einbindung“. Es enthält eine Tabelle mit sieben Prioritätsstufen, deren Legende in einer Unterarbeitsgruppe erarbeitet werden soll.

Praktiker reagieren gewohnt nüchtern. Ein Disponent aus dem Nahverkehr seufzt: „Schönes Papier, schöne Sätze. Nur fehlen uns weiter Parkplätze, Fahrer und Zeitfenster.“ Ein Fahrer ergänzt, dass man auf dem Papier sicher gut stehen könne, in der Realität müssten aber LKW auf öden Seitenspieß-Parkplätzen übernachten – ohne Steckdose und ohne Würstchen vom Verbandscaterer.

Die Tarifkommission habe angeblich „intensiv über die Priorisierung der Priorisierungen“ diskutiert, heißt es in der beiliegenden Pressemitteilung. Herausgekommen sei ein Beschluss, der so präzise ist wie ein Nebensatz in einem Haushaltsplan: Man wolle künftig alle relevanten Interessengruppen stärker in Dialogformate einbinden. Konkrete Zeitpläne oder Budgets wurden zur weiteren Erörterung in eine weitere Sitzung verschoben.

Besondere Kreativität bewies der Oppositionsarbeitskreis innerhalb des Verbandes, der eine eigene Untergruppe zur Frage gründete, wie man die Wortwahl in Pressemitteilungen inklusiver mache. Ergebnis: künftig sollen Formulierungen wie „gemeinsame Lösungen“ durch „kollektive Lösungsfindungsprozesse“ ersetzt werden. Echte Fahrer empfanden das als getunte Bürokratie und notierten sich: „Noch länger texten, noch weniger parken.“

Zum Abschluss des Verbandstages kündigte der Vorsitzende die Einrichtung eines Pilotausschusses „Dialog ohne Ergebnis“ an und lud zu einem Folgeverbandstag ein, der die erfolgreiche Arbeit des ersten Verbandstages evaluieren soll. Die Ankündigung stieß auf wohlwollendes Nicken, Applaus und das kollektive Gefühl, genau da weiterzumachen, wo man aufgehört hatte: bei Sitzungen, Papieren und Absichtserklärungen.

Kommentar

So lächerlich das klingen mag, so vorhersehbar ist es: Verbände bauen sich selbst Beschäftigungswerke, indem sie Probleme in feinsinnige Wortwolken hüllen. Das ist kein Ersatz für Parkplätze, weniger Bürokratie oder mehr Fahrer. Es ist aber ein hervorragendes Geschäftsmodell für Meetings, Druckereien und Moderatoren – leider nicht für die Menschen auf der Rampe.

Hinweis: Dieser Beitrag ist Satire.

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