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Als bei der Spedition ‚Kurz & Knapp Logistik‘ eine „dringende“ Sonderfahrt zum Wochenend-Chaos mutiert, stellt sich heraus: Der LKW war nur zu groß für das Kunden-Grundstück, nicht für die Fantasie des Vertriebs.
Es war Mittwoch, kurz vor Feierabend, als der Anruf bei ‚Kurz & Knapp Logistik‘ reinkam. Firma ‚Pünktlich & Präzise GmbH‘ brauchte „dringend“ vier Paletten „hochsensibler Spezial-Kaffeemaschinen“ nach Hintertupfingen. Liefertermin: Freitag Vormittag, avisierte Zeit: 08:00 Uhr. Der Vertrieb hatte bereits „freundlich und kundenorientiert“ einen 40-Tonner zugesagt. Begründung: „Da passen die Paletten auch sicher rein, und man hat ja lieber etwas mehr Platz.“
Jana von der Dispo, an diesem Mittwoch bereits mehr Problemfälle gelöst als die UN-Vollversammlung, sah den Auftrag und ahnte Böses. Freitag, 08:00 Uhr – das ist eigentlich schon Feierabend für den Fernverkehr. Doch der Vertrieb hatte ja eine „bombenfeste“ Rückladung versprochen, angeblich „direkt auf dem Rückweg“. Jana kratzte die letzten Lenkzeitminuten zusammen und schickte Fahrer Bernd – den ruhigen Bär, der schon alles erlebt hatte – auf die „erweiterte Nahbereichstour“.
Zitat des Tages
„Chef, die Zeitfenster sind so eng, da passen ja nicht mal die Ausreden rein!“
Am Freitagmorgen um 07:55 Uhr meldete sich Bernd, unser Fahrer mit der Gelassenheit eines Buddha, aus Hintertupfingen. „Jana, du wirst es nicht glauben. Die Kaffeemaschinen sind da, aber hier ist nur eine Hofeinfahrt. Für ’nen Lieferwagen. Maximal. Mein 40-Tonner steht hier wie der Eiffelturm in der Hundehütte.“ Die avisierte Zeit: punktgenau 08:00 Uhr. Die Ware: vier riesige Paletten, nicht vier Espressotassen.
Kunde Herr Meier von ‚Pünktlich & Präzise‘ war am Telefon völlig ungerührt. „Ja, aber ich habe doch gesagt, es ist eine Palettenladung! Das sollte passen!“ Auf Bernds Einwand, dass vier Paletten in einem 40-Tonner nicht automatisch die Hofeinfahrt verbreitern, kam nur: „Das ist jetzt Ihr Problem, wir brauchen die Ware!“ Der Vertrieb? „War doch klar, dass das ein 40-Tonner ist. Palettenladung eben!“ Und der Chef von ‚Kurz & Knapp Logistik‘ sah im Tourenplan nur die blanken Zahlen und murmelte was von „da ist doch noch Luft, die Pausen waren lang genug.“
Jana hatte inzwischen den kompletten Tourenplan für Freitag im Kopf zerlegt. Bernds „Rückladung direkt auf dem Rückweg“ entpuppte sich als 300 Kilometer entferntes Lager, das um 12:00 Uhr schließt. Herr Meier weigerte sich, die Kaffeemaschinen an der Hauptstraße abzunehmen oder einen Gabelstapler zu organisieren. „Lieferung frei Hof, Herr Meier!“, polterte Jana. „Ja, aber nicht mit ’nem Monster-LKW! Das ist ein Privatgrundstück!“ Die Konsequenz: Bernd musste mit dem 40-Tonner einen Nachbarn blockieren, sich von einem lokalen Agrarbetrieb einen kleinen Frontlader leihen (natürlich ohne Rechnung) und die Paletten einzeln mit Handhubwagen 50 Meter durch die Hofeinfahrt schieben. Lenkzeit? Am Limit. Nerven? Durch. Kosten? Später.
Die Rückladung, klar, wurde storniert, weil das Lager um 12:00 Uhr schloss. Der Chef, stolz auf die gerettete Kundenzufriedenheit, lobte Janas „Flexibilität“ und Bernds „Einsatz“ und fragte gleich, ob Bernd „noch schnell“ einen weiteren „kleinen Umweg“ fahren könnte, weil ein anderer Fahrer „spontan“ krank war. Der Kundenservice des Vertriebs hatte mal wieder bei der Dispo zu Brandstiftung mit Telefon geführt. Und die Erkenntnis blieb: Der 40-Tonner ist eben kein Lieferwagen, auch wenn man ihn noch so fest bucht und der Kunde das vehement fordert.
Branchenfazit
Ein 40-Tonner, der durch eine Lieferwagen-Einfahrt passt? Klar, wenn der Kunde das sagt. Und die Dispo es irgendwie retten soll.
Fazit, unromantisch ehrlich: Am Ende des Tages sitzt Jana mit Kopfschmerzen da, Bernd parkt seinen ungeeigneten 40-Tonner irgendwo im Nirgendwo und der Kunde freut sich über seine Kaffeemaschinen. Die Rechnung für den geliehenen Frontlader kommt per Fax und landet in der Abteilung „unerklärliche Kosten“. Und irgendwo klingelt schon wieder ein Telefon. „Dringend, wir brauchen einen Tieflader für ein Gartenhaus. Und das muss durch die Hecke passen.“
Hinweis: Dieser Beitrag ist Satire.