Physical Address
304 North Cardinal St.
Dorchester Center, MA 02124
Physical Address
304 North Cardinal St.
Dorchester Center, MA 02124
Ein ganz normaler Dienstagmorgen in der Spedition ‚Rampenraser Logistik‘. Der Kaffee ist noch nicht durchgelaufen, da bricht das Chaos schon über Disponent Marco herein. Ein Schnupfen, eine Grippe – und plötzlich steht nicht nur ein LKW, sondern die gesamte Lieferkette.
Es war 6:30 Uhr. Der Geruch von altem Diesel und frisch gebrühtem Kaffee hing in der Luft der Spedition ‚Rampenraser Logistik‘. Marco, seit zehn Jahren Disponent und gezeichnet von unzähligen Nachtschichten, starrte auf sein Telefon. „Grippe, Chef! Kann heute nicht fahren!“, krächzte die Stimme von Stammfahrer Klaus. Klaus war für die eilige Tour nach ‚Musterstadt‘ eingeplant, wo ‚Fix & Fertig GmbH‘ dringend ihre neuen Toilettenschüsseln erwartete.
Marco scannte die Fahrertafel. Schulz hatte Ruhezeit, Meier war noch auf der A7 Richtung Norden, und Müller? Müller war seit drei Stunden auf ‚Nicht erreichbar‘ – vermutlich den Wecker aus Versehen mit dem Hammer ausgeschaltet. Die Uhr tickte unerbittlich. Die ‚Fix & Fertig GmbH‘ hatte bereits gestern gedroht, die Toilettenschüsseln notfalls per Drohne selbst zu versenden.
Zitat des Tages
„Wenn der Fahrer sagt, er hat ‘nen Husten, dann hat der Chef schon einen Notfallplan in vier Akten im Kopf.“
Gerade als Marco den dritten Kaffee kippen wollte, schwebte Chef Werner ins Büro. Werner, ein Mann, der ‚früher ging auch alles irgendwie‘ zur Firmenphilosophie erhoben hatte, musterte die Lage. „Kein Problem, Marco. Da finden wir doch eine Lösung. Haben wir früher auch immer!“ Dabei blickte er bedeutungsvoll auf die Werkstatt.
Zehn Minuten später stand Werner in der Werkstatt. Meister Karl, gerade dabei, eine defekte Tachographenkarte zu segnen, blickte auf. „Karl, sag mal… hast du noch einen alten Führerschein Klasse 2? So für den Notfall?“ Karl lachte trocken. „Klar, Chef. Und ob ich noch Diesel habe, der gestern Abend 1,80 Euro gekostet hat und heute 2,05 Euro? Und wo soll der Kollege denn parken, wenn er nach Musterstadt kommt? Die A8 ist ein einziges Verbotsschildmeer für LKW, nachts ein wahrer Dschungel der Verzweiflung!“
Das Telefon klingelte. Es war die ‚Fix & Fertig GmbH‘. „Wo bleiben die Schüsseln? Die Leute stehen Schlange, Chef! Das Lager ist voll!“ Gleichzeitig rief Spedition ‚Blitzlieferung‘ an: „Die Ware ist bei uns, aber eure Rampe ist voll! Und unser Fahrer hat nur noch 30 Minuten Lenkzeit!“ Marco sah aus dem Fenster: Drei LKW stauten sich vor der ‚angeblich gleich freien‘ Rampe. Eine Palette stand quer, ein Staplerfahrer telefonierte ungeniert im Akkord. Der Fahrer der ‚Blitzlieferung‘ würde mindestens zwei Stunden Standgeld beanspruchen. Oder auch drei. Oder vier.
Und die Paletten? Das Palettenkonto der ‚Rampenraser Logistik‘ war laut Papier seit Monaten ausgeglichen – in der Realität fehlten mindestens 500 Euro-Paletten. Die Mautkosten waren über Nacht wohl auch wieder gestiegen. Und Klaus, der kranke Fahrer, der sollte eigentlich um 10 Uhr seine nächste Ladung bei ‚Schnellfrachter AG‘ abholen. Zeitfenster – „exakt 10 Uhr, nicht 10:01! Sonst dreht der LKW wieder um!“ Der Kunde wollte aber erst am Nachmittag die Ware bereitstellen, aber Marco hatte um 10 Uhr das feste Zeitfenster gebucht. Ein gordischer Knoten im Speditionsalltag.
Branchenfazit
Ein LKW fährt nie von allein, aber oft genug ohne Plan B – oder C, D, E…
Fazit, unromantisch ehrlich: In der Spedition ist der einzige feste Plan, dass kein Plan hält. Und wenn der Fahrer hustet, hustet die gesamte Logistikkette mit. Chef Werner überlegt übrigens, ob der neue Praktikant nicht doch schon mal einen 7,5-Tonner rangieren darf. Zur Not, versteht sich. Man hat ja schließlich den Führerschein im Blick.
Hinweis: Dieser Beitrag ist Satire.